Justinus-Ehrenfried-Gerhard-Orgel Rüdersdorf

Allgemeinbeurteilung:

Mit der von Justinus Ehrenfried Gerhard & Sohn Christian August erbauten Orgel beherbergt ihre Kirche ein äußerst wertvolles Instrument. Das 1780/81 errichtete Orgelwerk gab zu Beginn unserer Überlegungen an diversen Stellen noch Rätsel auf, diese konnten aber durch Aktenstudium weitestgehend gelöst werden.

Um diese Gewissheit zu erlangen, haben wir uns im Zuge der Kalkulationsarbeiten und der Konzepterstellung um die Orgelakte aus dem landeskirchlichen Archiv in Eisenach bemüht, dankenswerterweise auch erhalten und in Auszügen ausgewertet.

Die Orgel gehört zu den größeren zwei – manualigen Instrumenten der ersten Generation der Orgelbauerdynastie Gerhard.

Mit der konsequenten Restaurierung entstünde so ein weiteres Denkmal Thüringer Orgelbaukunst allerersten Ranges!

Durch die Restaurierung von mehreren Gerhard – Orgeln (wir beschäftigen uns schon seit gut 27 Jahren mit dieser Orgelbauerfamilie), haben wir auch einen gut angelegten Fundus an Pfeifenmensuren. Alle restaurierten Instrumente wurden bisher mensurtechnisch komplett vermessen. Bisher arbeiteten wir restauratorisch an folgenden Orgeln der Familie Gerhard:

  • Freienorla J.E. Gerhard 1746
  • Schlöben J.E. Gerhard 1749/50
  • Jena Ziegenhain J.E. Gerhard 1735/64
  • Bürgel J.E. Gerhard & Sohn 1766/67
  • Dorndorf J.C.A. Gerhard 1817/18

In Pflege per Vertrag zusätzlich:

  • Untergneus J.E. Gerhard 1737/39

Wir bewerben uns für Restaurierungsprojekte in:

  • Mennewitz J.E. Gerhard 1745
  • Altendorf J.E. Gerhard 1746
  • Donndorf J.E. Gerhard 1777
  • Altdörnfeld C.A. Gerhard um 1800

Disposition

I. MANUAL C – c³ (49 Noten)

1. Principal 8'
2. Bordun 16'
3. Hohlflöte 8'
4. Gedackt 8'
5. Octave 4'
6. Gemshorn 4'
7. Quinte 3'
8. Octave 2'
9. Mixtur 3fach 1'

II. MANUAL

10. Principal 4'
11. Lieblich Gedackt 8'
12. Quintatön 8'
13. Gedackt 4'
14. Waldflöte 2'
15. Aeoline 8'

PEDAL C – c¹

16. Cello 8'
17. Octaven Baß 8'
18. Sub Baß 16'
19. Violon Baß 16'

Koppeln

20. Manual-Coppel II/I (Hugo Schramm, 1914) ursprünglich Schiebekoppel
21. Pedal-Coppel I/P

Nebenzüge

22. Stern vermutlich mit 3 Schalenglocken, kein hist. Bestand
23. Tremulant vermutlich Bocktremulant, kein hist. Bestand

Stern und Tremulant werden im KV von Schramm als „unbrauchbare
Register“ benannt. Die Öffnungen für die Zugstangen wurden im
Spielschrank verschlossen.